Manch ein Mensch würde titeln: „SteelSeries Apex 3 TKL vs. GXTrust 872 Xyra Gasket TKL“. Absoluter Blödsinn. Weshalb ich so denke, erfahrt ihr hier in diesem Beitrag. Spoiler: Ich wollte die „Sichere“ behalten und hab’s am Ende doch nicht getan.
Ich schreibe diesen Beitrag als kleinen Praxistest. Keine Sorge, nicht weil ich jetzt plötzlich Tastatur-Influencer bin, sondern weil ich die Dinger im Alltag spüren will. Tippen, zocken, ein bisschen nervös drauf herum „hämmern“. Genau dafür muss eine Tastatur bei mir funktionieren.
Damit das hier sauber eingeordnet ist, versteht bitte folgendes. Natürlich kann man sich die ganzen Labortests usw. weiterhin reinziehen und stolz darauf sein, dass man verhältnismäßig viel Geld für seine Gaming-Tastatur ausgegeben hat. Aber ist es wirklich die richtige Tastatur für dich?
In meinem Fall geht es konkret um die SteelSeries Apex 3 TKL und um die GXTrust 872 Xyra Gasket TKL. Und weil’s so schön ist, kam später noch ein dritter Kandidat dazu, von dem ich selbst ein wenig überrascht bin. Das Ergebnis war am Anfang ziemlich eindeutig und am Ende hat sich plötzlich alles gedreht.
Test 1: Die SteelSeries Apex 3 TKL
Die SteelSeries Apex 3 TKL, die mich rund 46 Euro zahlte, fühlt sich für mich erstmal ein bisschen nach Plastik an. Nicht im Sinne von „schlecht verarbeitet“, eher so dieses typische „Gaming-Produkt“-Gefühl. Trotzdem gefällt mir der Tastendruck. Der Anschlag ist angenehm und beim Tippen komme ich schnell in einen Flow. Das Schreiben macht durchaus Freude. Allerdings ist das ja nicht der Haupteinsatz einer Gaming-Tastatur. Was allerdings gesagt werden muss ist, dass ich die Tasten leicht wacklig empfinde. Wenn ich also den Finger auf eine Taste lege und leicht von links nach rechts oder von oben nach unten bewege, schwankt die Taste bis zu einem gewissen Punkt mit. Das missfällt mir irgendwie.

Und ja, sie besitzt auch LEDs.
Ich brauche sie nicht. Mir sind die ehrlich gesagt scheiß egal. Aber ich mag, dass ich die Wahl habe zwischen an oder aus und wenn an, dann kann ich die Intensität einstellen. Das ist kein Punkt der mir wichtig ist, aber es ist gut diese Option zu haben. Ach ja, sie besitzt auch verschiedene Modis für die LEDs. Blinken, Pulsieren usw. Diese kann man mit Tastenkombinationen steuern, aber auch durch die SteelSeries Software einstellen und auch individuell gestalten.
Was mich richtig nervt ist das fest verbaute Kabel. Das ist so ein Detail, das man erst dann richtig „fühlt“, wenn man im Alltag bemerkt, dass das Kabel eingeklemmt wurde und einen Kabelbruch erlitten hat oder am Setup rumräumt.
Test 2: Die GXTrust 872 Xyra Gasket TKL
Als zweite Tastatur bestellte ich mir die GXTrust 872 Xyra Gasket TKL, für rund 57 Euro. Der erste Eindruck ein anderer. Die Tasten fühlen sich anders an und es wirkt alles direkt ein Stück „kerniger“. Der Tastendruck ist angenehm, dennoch ein wenig tiefer als bei der SteelSeries. Die Tastatur reagiert empfindlich (so wie es sein soll) und hat einen guten Druckpunkt. An die Empfindlichkeit muss ich mich im Gaming etwas gewöhnen, da die Tasten wirklich schnell und sensibel reagieren. Definitiv ein anderes Verhalten gegenüber gewöhnlicher PC Tastaturen.

Der große Unterschied zur SteelSeries Apex 3TKL macht sich gleich bemerkbar. Sie ist lauter.
Das kann stören, kann aber auch irgendwie Spaß machen. Dieses Klack hat was. Es erinnert an die Filme die man als Kind gesehen hat. An die Szenen in denen jemand an einem Commodore 64 saß und hektisch in die Tasten schlug, um etwas ganz wichtiges zu recherchieren. Wenn man abends zockt oder nicht alleine in der Wohnung sitzt, ist das definitiv ein Punkt den man beachten sollte. Es kann einen selbst oder eben auch Mitbewohner stören.
Auch diese Tastatur verfügt über LEDs. Die sind eher pragmatisch. Die Beleuchtung lässt sich nur per Tastenkombinationen an der Tastatur steuern. Auch bei ihr kann man zwischen verschiedenen Modis wählen, die Helligkeit verändern, nur komplett bringe ich die LEDs nicht zum erlöschen. Die seitlichen LEDs und die drei Tasten rechts oben bekomme ich nicht abgeschaltet. Komplett aus scheint sie also nicht zu gehen, zumindest habe ich keinen Weg gefunden und möchte auch ausschließen, dass ich „nur irgendeinen Schalter übersehen“ habe. Eine Software zum individuellen Einstellen der LEDs gibt es meines Wissens nicht, möchte es aber auch nicht ausschließen.
Der absolute Pluspunkt
Nun kommt en Feature, das mich in Vergangenheit immer Kalt gelassen hat. Ich tat es sogar als EGAL ab.
Bei der GXTrust 872 Xyra Gasket TKL hat mich dieses Feature aber richtig abgeholt: ein austauschbare Kabel.
Der USB-C-Port funktioniert nicht nur mit dem mitgelieferten Kabel, sondern auch mit USB-C-Kabel, die ich bereits hier habe. Sogar mit den billig-Kabel die man ab und an mit der ein oder anderen Werbegeschenk-Powerbank bekommt. Dieser Fakt, dass scheinbar jedes USB-C Kabel zu funktionieren scheint, empfinde ich einfach stark.
Der Schockmoment
Jetzt kommt der Teil, der meine Meinung zur GXTrust am Anfang echt versaut hat und somit auch der Grund, warum ich erstmal skeptisch war.
Ich teste Pereferie so, dass ich den PC hochfahre und dann erst anschließe um zu sehen, wie sich das jeweilige Betriebssystem (bei mir war es Windows 10 – ja ich weiß, Updates blablabla…) verhält. Werden Treiber installiert, wenn ja welche etc. Im Autostart ist bei mir Steam aktiviert. Also sah ich das Kennwort-Eingabefeld von Steam. Ich stecke die Tastatur ein und plötzlich ist dieses Dialogfeld weg. „Ist Steam gerade abgestürzt?“ fragte ich mich laut und ungläubig. Die Antwort war offensichtlich. Der Taskmanager verriet es sofort. Das Programm hat keine Rückmeldung mehr gegeben. Sehr skurril.
Ich will das nicht größer machen als es ist. Es gibt keinen Beweis, dass da irgendwas vom USB Controller der Tastatur installiert wurde oder „Spionage“ im Spiel ist. Aber ich kenne dieses Gefühl von billigen Ramsch-USB-Produkten, wo man sich fragt, was da im Hintergrund passieren könnte. Und weil ich sowas bei der SteelSeries Apex 3 TKL nicht hatte, blieb bei mir ein flaues Gefühl in der Magengrube.
Zumal dass in den letzten drei Jahren Steam auf diesem Rechner nicht ein Mal abgestürzt ist. Und ich kenne mich mit Programmabstürzen unter Windows aus, ich bin Adobe-Kunde! Kenner wissen was damit gemeint ist.
Mein erstes Fazit
Lange sah alles danach aus, als würde ich die SteelSeries Apex 3 TKL behalten.
Sie ist unauffällig, zuverlässig, LEDs komplett steuerbar und das Tippen ist angenehm. Ich habe diesen Beitrag sogar zu Beginn auf der SteelSeries verfasst, damit ich die Tasten besser beurteilen kann.
Ja, sie fühlt sich noch immer ein bisschen nach Plastik an, aber die Druckempfindlichkeit und die Lautstärke sind wirklich angenehm.
Und ganz ehrlich, ich bin kein Tastatur- Connaisseur. Du weißt schon, ein Tastatur-Fachmann, Liebhaber, Nerd. Ich baue nicht für jede Gamingsession meine Tastatur um oder sowas. Bei mir ist das eher so:
Taste geht kaputt oder ist abgenutzt → dann wird die Tastatur ersetzt.
Ich meine, wann ersetze ich mal meine Tastenkappen? Vermutlich machen das Leute, die da richtig im Thema drin sind öfter. Bei mir ist die Realität eher schlicht.
Was ich vollkommen vergessen habe zu erklären. Beide Tastaturen sind TKL-Tastaturen. Also ohne NUM-Pad bzw. Nummernblock.
Warum ich überhaupt gewechselt habe
Mit meiner alten Tastatur lässt es sich eigentlich noch wunderbar arbeiten. Aber beim Zocken fallen mir manchmal Ungenauigkeiten auf, die mich stören. Außerdem sind mir die Tasten inzwischen zu flach.
Und was mich am meisten nervt ist die Softtouch-Oberfläche. Die wird langsam klebrig. Diese Oberfläche nervt mich an jedem Produkt. Warum macht man sowas? Ich schätze, man möchte uns Konsumenten damit vorgaukeln, dass ein Produkt höherwertig sei, als es eigentlich ist. Denn diese Klebrigkeit schränkt die Funktion nicht wirklich ein, aber es gibt mir ein unsauberes Gefühl.
Der Grund weshalb diese Oberfläche klebrig wird, ist auch der Grund, der mich ratlos zurücklässt auf die Frage hin, warum man solch eine Oberfläche überhaupt verwendet. Bei dieser zunächst samtartigen Oberfläche handelt es sich in der Regel um Polyurethan-basierten Kunststofflack. Dieser reagiert mit der Zeit mit Sauerstoff, der sich ja blöderweise um uns herum begibt. Reagiert im Sinne von… der Lack zerfällt chemisch. Die Polymerketten in der Beschichtung werden zerstört durch Oxidation, Feuchtigkeit oder auch Wärme. Und ganz praktisch gerade bei alltäglichen Gebrauchsgegenständen zerfallen diese auch durch Hautfett.
Aber über was rege ich mich auf. Nach über acht Jahren darf man sich dann doch mal eine neue Tastatur gönnen. Und diesmal eben so, dass sie zum Schwerpunkt ihrer Daseinsberechtigung passt. Gaming.
Eigentlich wollte ich nie zurück zur kabelgebunden Tastatur. Aber wenn’s am Ende „besser“ ist, ist es besser. Und sollte das Kabel irgendwann defekt sein, nehme ich die Tastatur auseinander und bastle mir einen Anschlussport. Dann ist sie wenigstens beim Kabel komplett variabel, sofern sie bis dahin überhaupt noch lebt.
So dachte ich.
Der Plottwist
Ich konnte mich irgendwie dennoch nicht mit der SteelSeries Apex 3 anfreunden. Diese Tasten, das Kabel… Das macht mich alles verrückt. Das ist für mich kein Zustand. Eine Entscheidung muss her. Denn ich möchte mich auch nicht permanent schlecht fühlen, wenn ich am PC sitze.
Am Ende überwiegen für mich die Vorteile der GXTrust 872 Xyra Gasket TKL.
Die Tasten sind empfindlich, also so wie es sein soll, sie hat einen angenehmen Druckpunkt und sie fühlt sich für mich in der Haptik insgesamt wertiger an. Hier wackeln auch beispielsweise keine Tasten. Bei der SteelSeries Apex 3 TKL passt der Druckpunkt zwar auch, aber dieses „Material-Gefühl“ wirkt für mich eben etwas mehr nach Plastik.
Und dann kam noch ein dritter Kandidat ungewollt dazu.
Meine Frau sorgt für Action
Ich arbeite selbstständig. An diesem Tag sitze ich also in meinem Studio und arbeite so vor mich in. Dann bekam ich durch unser Smarthome angezeigt, dass sich die Garage öffnet. Alles klar, Frau kommt vom einkaufen nachhause. Ich gestehe, dass auch ich, wenn wir gemeinsam unterwegs sind, auch gerne in diese Art von Discounter gehe um mich durch Technik-Schnapper zu wühlen.
Ich kürze es ab. Durch handeln meiner Frau kam es dazu, dass ich mir einen weiteren Eindruck von einer eher billigen Tastatur zu beschaffen konnte. Die Tastatur wird trotz des sehr geringen Preises mit Gaming beworben. Eine „Gaming“-Tastatur vom Discounter ACTION.

Sehr leicht, die Haptik lässt günstiges Plastik erahnen und das merkt man sofort. Natürlich ist sie für rund 10 Euro zu gebrauchen. Man kann prima damit schreiben, man kann auch damit zocken. Aber man könnte mit ihr auch versuchen Ski zu fahren, wenn man sich eine zweite besorgt.
Das Gefühl beim zocken ist einfach nicht schön. Wenn man nicht langfristig denkt und einfach schnell irgendwas braucht, geht die absolut klar. Einen Langzeittest habe ich bei keiner der drei gemacht. Das ist hier wirklich nur ein kurzer Praxis-Abgleich.
Und natürlich hat sie auch LEDs. Durch Tastenkombinationen lassen sie sich auch bei ihr beeinflussen.
Fazit
Zu meinem persönlichen Ranking:
- GXTrust 872 Xyra Gasket TKL
- SteelSeries Apex 3 TKL
- ACTION-Gaming-Tastatur
Platz 3 ist weit abgeschlagen, während Platz 1 und 2 sehr nah beieinander liegen.
Warum GXTrust auf 1?
Weil es am Ende nicht nur um „Tippen geht klar“ geht, sondern um das Gesamtpaket. Und da ist für mich der absolute Pluspunkt: Das austauschbare Kabel. Die LED-Effekte sind nett, aber für mich weiterhin nicht notwendig.
SteelSeries wirbt mit Anti-Ghosting. Das ist schön, aber in der heutigen Zeit kein echtes Argument mehr. Denn wie ich recherchieren konnte, sind nahezu alle Tastaturen davon nicht mehr betroffen, außer man nimmt wirklich die billigsten 5 Euro-Dinger aus irgendeinem China-Shop. Da ist die Wahrscheinlichkeit höher als im halbwegs aktuellen Handel.
An das Tippen muss ich mich bei der GXTrust noch etwas gewöhnen, aber es geht jetzt schon gut. Vielleicht sogar einen Klacks besser, weil sich die Haptik für mich einfach wertiger bzw. stabiler anfühlt.
Und manchmal ist es genau das:
Nicht das Marketing entscheidet, nicht die Light-Show, sondern ob sich das Ding am Ende wie ein gutes Werkzeug anfühlt und dich in deinem Tun weiterbringt.