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Vom Raspberry Pi 2 zum Mini-PC: Warum meine Smarthome-Zentrale umziehen musste

Home Assistant war bei mir ca. 3 Jahre auf einem Raspberry Pi 2 zuhause, obwohl mir damals jeder glauben machen wollte, dass dies nicht möglich sei. Was soll ich sagen, der kleine Kerl hat für sein Alter wirklich abgeliefert. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man nicht mehr “noch irgendwie” weitermacht, sondern sauber umzieht. Vor allem wenn es um ein System geht, das im eigenen Zuhause Dinge wie Garagentore, Licht, Sensoren und Routinen steuert.

Die Vorgeschichte: Wenn Support ausläuft, läuft die Zeit mit

Bei mir wurde das Thema im Herbst 2025 real: Der Raspberry Pi 2 wird von neuen Home-Assistant-Versionen nicht mehr offiziell unterstützt. Etwas Neues muss her. Aber nicht aufgrund von mangelnden Features, sondern vor allem von Updates, Bugfixes und Sicherheit.

Home Assistant hat 2025 offiziell angekündigt, zwei Installationswege (Core und Supervised) und drei 32-bit CPU-Architekturen (i386, armhf, armv7) auszumustern. Ab Home Assistant 2025.6 gibt’s dazu eine Warnung im System und nach einer 6-monatigen Übergangszeit endet der Support mit Release 2025.12. Ab dann werden für diese Plattformen keine Updates mehr ausgeliefert.  

Ich habe das in einem meiner Podcasts erzählt, eher so im Ton von: “Okay, das wird bald ein Thema… ich muss mir wohl einen Mini-PC holen, da ein Raspberry Pi 5 Preis/Leistungsmäßig keinen Sinn ergibt.”

Warum der Raspberry Pi 2 konkret rausfällt (ja: Architektur)

Der Kernpunkt ist tatsächlich die Architektur. Der Raspberry Pi 2 hängt in der Regel auf ARMv7 (32-bit). Genau diese Architektur wird von Home Assistant als “legacy 32-bit” eingestuft und aus dem Support genommen.  

Home Assistant begründet das u. a. damit, dass diese 32-bit Systeme inzwischen nur noch einen kleinen Teil der Installationen ausmachen (armv7 lag laut deren Analytics bei 0,95%) und dass in der Software-Welt generell immer mehr Abhängigkeiten 32-bit fallen lassen, was auch Entwicklung und neue Features ausbremst.  

Ganz praktisch sieht man das auch auf OS-Ebene. In den Home Assistant OS Releases wird das Entfernen der 32-bit armv7 Targets ausdrücklich genannt. Inklusive meines geliebten Raspberry Pi 2 (dort wird er als rpi2 bezeichnet).  

Kleiner Zusatz am Rande. Es gab Pi-2-Revisionen, bei denen später der BCM2837 (Cortex-A53 / Armv8) statt des BCM2836 (Armv7) eingesetzt wurde.  

Dennoch steht fest, dass der Pi 2 als Plattform ist für Home Assistant heute einfach nicht mehr das Zielsystem, auf das langfristig gesetzt wird.

Und dann passierte etwas, womit ich nicht gerechnet habe

Nach dem Podcast meldete sich „Mr.A“, ein Hörer. Einer von diesen Menschen, die nicht lange diskutieren, sondern einfach machen.

Er schrieb mir sinngemäß, dass bei ihm noch ein Mini-PC herum läge, der sonst im Müll landen würde. Ob ich den gebrauchen kann.

Das sind diese Momente, in denen Community nicht “Kommentarspalte” ist, sondern echte Hilfe. Obwohl er bis zum heutigen Tage kein Geld annehmen möchte, habe ich den Mini-PC angenommen. Und aus „irgendwann muss ich mal“ wurde ziemlich schnell „okay, dann machen wir das jetzt“.

Home Assistant OS pur, kein Linux, kein Windows, kein Container

Ich wollte am Ende kein Linux oder Windows als Hauptsystem und auch keine Container-Bastelei, sondern Home Assistant OS direkt auf die interne Platte. Quasi wie ein kleines Appliance-System. Gerät anschalten, läuft, Updates, Add-ons, fertig.

Und ja, ich hatte am Anfang einen klassischen Denkfehler. Ich bin auf Grund von Vorfreude fälschlicherweise erst davon ausgegangen, dass ich da einen „Installer“ auf den USB-Stick flashe. So nach dem Motto: Stick rein, installieren, fertig. Ich weiß dass dem nicht so ist.

Denn tatsächlich ist das Home-Assistant-OS-Image kein Installer, sondern quasi das fertige System als Image. Sobald du davon bootest, installiert sich und startet Home Assistant genau von diesem Medium. Bedeutet also, wenn ich das Image auf den USB-Stick schreibe und davon boote, läuft Home Assistant am Ende auch auf dem USB-Stick. Und das wollte ich ja nicht. Und du solltest das auch nicht wollen. Zumindest in einem ähnlichem Szenario wie meinem.

Erst als ich wieder richtig bei mir war und mir das klar wurde, war der Weg eindeutig. Image direkt auf die interne NVMe flashen, dann bootet und installiert sich Home Assistant auch genau dort.

Linux Mint als Werkzeug

Ich bin dann einen sehr pragmatischen Weg gegangen, der bei mir richtig gut funktioniert hat:

  1. Linux Mint vom USB-Stick gebootet (nur als Werkzeug, nicht als Zielsystem, daher nicht installieren!)
  2. Im Browser das Home Assistant OS Image (Generic x86-64) heruntergeladen
  3. Mit „Disks“ in Mint die frisch heruntergeladene Image-Datei direkt auf die interne NVMe geflasht (1:1 Image-Write)
  4. Danach runtergefahren, NUC aus, USB-Stick raus, NUC wieder an

Und siehe da, Home Assistant hat sich beim ersten Boot praktisch von selbst eingerichtet. Bei mir war das nach maximal 5–8 Minuten erledigt. Lediglich mein Backup von meinem bestehendem Home Assistant habe ich noch hochgeladen. Das war’s.

Ich hab den NUC komplett zerlegt, gereinigt und eingestellt

Weil der Mini-PC aus einem „sonst landet er im Müll“-Kontext kam, wollte ich nicht einfach nur installieren, sondern auch sicherstellen: Das Ding läuft leise, kühl und zuverlässig 24/7. Die Lüfter drehten vornherein etwas hoch. Aber vielleicht soll das ja so. Ich hatte zuvor noch keinerlei Praxiserfahrungen mit diesen Geräten. Allerdings sah ich im Bios, dass der Prozessor des NUC im Idle-Betrieb, also im Nichtstun, knapp 80 Grad heiß wird. Von außen sah er sauber aus. Aber das konnte so nicht gewollt sein.

Also habe ich den NUC komplett zerlegt, gründlich von Staub befreit. Den Lüfter habe ich vor dem Reinigen natürlich abgeschlossen, um das Board beim auspusten des Lüfters keine Spannungsspitze abbekommt, die sich beim schnellen drehen des Lüfters entstehen könnte. Wow, was ein Satz. Beim lösen des passiven Kühlers sah ich das Elend bereits. Zum einen fiel ein dicker Pelz an der Lüfterseite ab, zum anderen kam eine Gummi-Decke, beschaffen aus gebackener, alter Wärmeleitpaste zum Vorschein.

Benutzt beim Entfernen von alter Wärmeleitpaste Küchenkrepp und bei hartnäckigen, eingetrockneter Paste einen kleinen Plastikspachtel oder, wie ich, einen Zahnstocher. Wichtig hierbei ist aber, dennoch vorsichtig zu sein! Es darf ja nichts kaputt gehen. Den passiven Kühlkörper und die CPU habe ich mit 99%igen Isopropanol gründlich gereinigt. Wichtig ist das hochprozentige Isopropanol zu verwenden, da dies schnell verfliegt und keine Rückstände zurücklässt. Sobald alles sauber war, gab ich eine kleine Menge frische Wärmeleitpaste, ich hatte noch die MX4 vorrätig, auf, montierte den Kühlkörper und baute wieder alles zusammen.

Das Ergebnis war sofort hör- und sichtbar. Die CPU-Temperatur war danach deutlich niedriger (bei mir um grob 40°C weniger im Vergleich zu den ersten, “heißen” BIOS-Momenten). Der Lüfter lief anschließend deutlich langsamer und damit hörbar leiser. Von knapp 5.500 Umdrehungen, runter auf 2.500 Umdrehungen.

Nicht nur „läuft“, sondern „läuft gut“.

Fazit

Mein geliebter Raspberry Pi 2 war lange ein treuer Begleiter. Aber der Umzug war überfällig und am Ende war er sogar überraschend unkompliziert. Dass ein Hörer mir dabei so direkt geholfen hat, bleibt für mich das Highlight an der ganzen Story.

Und das Beste daran ist, dass ich nun eine Basis habe, die nicht nur schnell eingerichtet war, sondern durch Reinigung, neue Wärmeleitpaste und ein bisschen BIOS-Feintuning auch kühl und leise im Dauerbetrieb läuft.